Setzt die Frau ihren Körper großen Stress aus kann es dazu führen, dass ihre Regel ausbleibt. Man spricht hier von einer funktionalen hypothalamischen Amenorrhoe (FHA). Der Stress kann sowohl psychischer als auch physischer Natur sein. Physischer Stress entsteht oftmals, wenn dauerhaft zu wenig Energie zur Verfügung steht (Kalorisches Defizit), wie zum Beispiel bei einer Diät/Essstörung (zu wenig Energie wird zugeführt), extensive Bewegung (zu viel Energie wird verbraucht) oder eine Kombination beider. Nicht selten sind weibliche Ausdauerathleten davon betroffen.

Das Problem der Amenorrhoe ist, dass es ein Zeichen eines pathologischen Östrogen-Defizites ist und dieser Zustand kann auf Dauer schwerwiegende Folgen für die Gesundheit bedeuten. Hier ist speziell eine Abnahme der Knochendichte zu bemerken. Es entsteht damit frühzeitig ein Prozess, der erst hätte in den Wechseljahren beginnen sollen und der, wenn er lange genug ansteht, irreversibel ist. Ermüdungsbrüche kommen in dieser Gruppe weit häufiger vor. Zu erwähnen sind aber auch (meist reversibel) ein erhöhtes Risiko psychischer Erkrankungen (Angstzustände, Depressionen) und Unfruchtbarkeit. Ein erhöhtes Risiko für Kardiovaskuläre Erkrankungen ist ebenfalls nicht auszuschließen.

Es kann pauschal nicht angegeben werden bei welcher Kalorienzahl oder bei wieviel Stunden Sport eine FHA eintritt. Es muss das ganze Umfeld der Athletin gesehen werden und außer der Ernährung und des Trainings das Private Umfeld betrachtet werden (Familie, Beruf, Schlaf usw.). Dazu kommt auch immer noch eine individuelle Prädisposition.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass ein Ausbleiben der weiblichen Blutung über einen längeren Zeitraum nicht normal ist und sich negativ auf die Gesundheit auswirken kann. Eine FHA ist eine Ausschlussdiagnose und sollte daher immer von einem Facharzt untersucht werden, um andere organische Ursachen auszuschließen.

Was kann ich tun?

Prophylaktisch sollte man Stress für den Körper, so weit es geht, vermeiden. Eine ausgewogene und gesunde Ernährungsweise mit regelmäßigen Mahlzeiten in ausreichender Zeit und ausreichendem Schlaf wirken sich postitiv auf Stress aus. Bei hohem sportlichen Volumen ist auch eine auf den Stoffwechsel angepasste Sport-Ernährung empfehlenswert. Sport ist im richtigen Maß gesund und hervorragend für den Körper. Auch lange Spaziergänge in der Natur können den Hormonhaushalt wieder in Balance bringen.